Was erwartet mich bei einer Paar- oder Familientherapie?

Zunächst ein Erstgespräch, das unverbindlich ist und  dem gegenseitigen Kennenlernen dient. Ich lasse mir Ihr Problem schildern, Sie finden vielleicht schon erste Anstöße zu Veränderungen. Ich erkläre Ihnen die Methoden und die Arbeitsweise der Systemischen Therapie. Sie haben die Möglichkeit zu entscheiden, ob Sie bei mir an der richtigen Person sind. Eventuell gebe ich Ihnen auch Empfehlungen für andere Kollegen oder therapeutische Einrichtungen. Thema und Dauer der Therapie werden durch den Auftrag, den Sie als Klient erteilen, definiert. Es ist möglich, dass Sie als gesamtes Familien- bzw. Paarsystem oder, wenn es die Situation erfordert, auch einzeln mit mir arbeiten.

Wie lange dauert eine Sitzung? 

Alle Therapiestunden sind mit 60 Minuten angesetzt, werden aber je nach Bedarf auf 90 oder in seltenen Fällen auch bis 120 Minuten verlängert, wenn es der therapeutische Prozess erfordert. Bitte gehen Sie von einer Stunde Sitzungsdauer aus, planen aber mehr Zeit ein, um evtl. verlängern zu können.

Wie lange dauert eine Paar- oder Familientherapie? 

Die systemische Therapie ist eine Kurzzeittherapie. Die Häufigkeit der Sitzungen bzw. die Dauer der Begleitung sind von Ihrer individuellen Situation abhängig. In der Regel reicht eine Anzahl von einigen wenigen Sitzungen (ca. 5 bis maximal 10), um konkrete Veränderungen zu erzielen. Es gibt aber auch kürzere oder in Ausnahmefällen längere Therapien. In der Regel begleite ich

Wie sich jedes System sich im Lauf von Jahren weiterentwickelt, so stehen in jedem neuen Lebensabschnitt neue Aufgaben und Lebensthemen für jeden einzelnen an. Daher kommen meine Klienten häufig nach größeren Zeiträumen wieder, um neue Themen zu bearbeiten.

In welchen Abständen finden die Termine statt?

Klassischerweise finden familientherapeutische Sitzungen im Abstand von ein, zwei bis vier Wochen statt, anfangs öfter, gegen Ende immer seltener bzw. in größeren Abständen, damit Sie ausreichend Zeit haben, neue Einsichten, Anregungen und Impulse umzusetzen. Hilfe zur Selbsthilfe ist ein wichtiger Grundsatz der Systemischen Therapie, die Veränderungsarbeit findet im Alltag statt. Es braucht Zeit, um neues Verhalten auszuprobieren und Veränderungen beobachten zu können.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die systemische Therapie ist aufgrund einer vergleichsweise geringen Sitzungszahl ein kostengünstiges Therapieverfahren. Die Kosten einer Paar- oder Familientherapie sind wie gesagt leider keine kassenärztliche Leistung und werden Ihnen in Rechnung gestellt. Sie orientieren sich an den Sätzen der gesetzlichen Krankenkassen für Psychologische Psychotherapie.

Mein Honorar beläuft sich auf 100.- € pro 60 Minuten, egal ob Einzelsitzung, Paar- oder Familiensitzung. Eine Verlängerung einer Sitzung oder eine telefonische Beratung werden mit 25.- € pro angefangene Viertelstunde verrechnet. Versäumte Termine werden Ihnen in Rechnung gestellt, wenn sie nicht 24 Stunden vorher abgesagt wurden.

Falls Sie sich in einer finanziell schwierigen Situation befinden, sollte dies kein Hinderungsgrund sein, mich anzusprechen.

Übernehmen die Krankenkassen Kosten für die Beratung oder Therapie?

Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse über die Bedingungen und Kostenerstattung einer psychotherapeutischen Behandlung . Als Privatpatient liegt es an dem von Ihnen gewählten Tarif, ob und in welcher Höhe die Kosten übernommen werden. Viele Privatkrankenkassen bieten die Übernahme der psychotherapeutischen (Einzel)Behandlung an.

Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung gibt es keinen generellen Anspruch auf Kostenersatz. Unter der Bedingung, dass eine Behandlung bei einem kassenzugelassenen Therapeuten mit einer unzumutbaren Wartezeit verbunden ist, könnten Sie einen Antrag bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse stellen.

Kann ich Kosten bei der Steuer geltend machen?

Wenn Sie die Auslagen nicht von Ihrer Krankenkasse erstattet bekommen, können Sie diese bei Ihrer Steuererklärung u. U. als außergewöhnliche Belastungen/Sonderausgaben geltend machen. Das Finanzgericht Münster hat bestätigt, dass dies auch für die psychotherapeutische  Behandlung bei Privattherapeuten gilt (Az: 3 K 2845/02 E). Die Kosten für berufsbezogenes Coaching sind für Gewerbetreibende und Freiberufler normale Betriebsausgaben. Als Angestellter haben Sie die Möglichkeit, diese in der Anlage N zur Einkommenssteuererklärung als Werbungskosten geltend zu machen. Bitte fragen Sie bei Ihrem Steuerberater nach.

Wer erfährt von meiner Therapie?

Der Vorteil der privaten Abrechnung ist neben der oben bereits erwähnten freien Gestaltung von Dauer und Anzahl der Sitzungen ein besonders hohes Maß an privatem Schutz. Da es sich hier nicht um eine kassenärztliche Leistung handelt, wird die Behandlung von keiner Krankenkasse oder Versicherung erfasst, was beispielsweise ein Vorteil beim Abschluss einer Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung sein kann. Weder Ihr Arbeitgeber noch irgendjemand anderes erfährt von Ihrer Therapie. Alle im Rahmen der Therapie erhobenen Daten und Informationen unterliegen selbstverständlich der Schweigepflicht und werden von mir vertraulich behandelt.

Wie effektiv ist die Systemische Therapie?

Ihre hohe Wirksamkeit wurde der Systemischen Therapie in zahlreichen Forschungsstudien nachgewiesen, ebenso ihre gute Langzeitwirkung, eine geringere Abbruchrate sowie einen geringeren Bedarf an medizinischer Nachbetreuung. Durch die Mitbehandlung des sozialen Umfeldes kommt es auch bei Angehörigen zu positiven Effekten.

Zum Nach- und Weiterlesen:

Rainer Schwing, Systemische Beratung und Familientherapie, 2013

Wobei hilft ein Kommunikationstraining für Paare?

Das Geheimnis zufriedener Paare liegt im Gespräch. Wenn es gelingt eigene Bedürfnisse und Wünsche mitzuteilen und die des Partners/der Partnerin besser zu verstehen und wenn Meinungsverschiedenheiten konstruktiv geklärt werden, dann kann eine Beziehung wachsen. Ein Kommunikationstraining bietet Paaren die Möglichkeit, ihre Kommunikationsfähigkeit zu verbessern und damit ihre Beziehung zu vertiefen. Schritt für Schritt lernen Sie konstruktiver miteinander zu reden, sich gegenseitig zuzuhören und eigene Bedürfnisse zu erkennen und zu benennen. Sie besprechen Themen, die für Ihre Partnerschaft wichtig sind und lernen dabei mit meiner Hilfe Ihre Beziehungsdynamiken, Kommunikations- und Verhaltensmuster kennen und neue Regeln einer konstruktiven Kommunikation anzuwenden.

Welche Entspannungsmethoden sind hilfreich?

Immer mehr Menschen erkranken an Burnout, leiden an stressbedingten Erkrankungen, psychosomatischen Störungen oder psychischen Stress und suchen daher nach professionellen Hilfen und effektiven Formen der Entspannung. Es gibt inzwischen eine Riesenauswahl, jeder muss „seine“ Entspannungstechnik selber finden, d. h. viel ausprobieren!

Autogenes Training (AT) ist eine Art Autosuggestion bzw. Selbsthypnose, die der körperlichen und seelischen Tiefenentspannung dient. Mithilfe der eigenen Vorstellungskraft gelangt der Körper in einen entspannten Zustand. Dabei werden Wohlbefinden, Ruhe, Erholung und Konzentrationsvermögen gefördert. Alle psychosomatisch bedingten Funktionsstörungen und alle stress- oder angstauslösenden Situationen können dadurch besser gemeistert werden. Bei regelmäßiger Anwendung dient sie dem Stressabbau und allgemeinem Wohlbefinden, fördert tiefe körperliche Entspannung, Leistungsfähigkeit und Konzentration, stärkt das Immunsystem und hilft bei körperlichen Beschwerden sowie Schmerzen. AT wurde in den 1920er Jahren vom Berliner Psychiater J. H. Schultz entwickelt und ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren.  Es wird durch die Krankenkassen unterstützt und eignet sich auch hervorragend für Kinder. Die sieben (formelhaften) Übungen des AT, die das vegetative Nervensystem ansprechen und positiv beeinflussen, lauten:

  1. „Ich bin vollkommen ruhig und entspannt.“ (Ruheübung)
  2. „Mein Körper ist angenehm schwer.“ (Schwereübung)
  3. „Mein Körper ist angenehm warm.“ (Wärmeübung)
  4. „Ich atme ganz ruhig und gleichmäßig.“ (Atemübung)
  5. „Mein Herz schlägt ganz ruhig und regelmäßig.“ (Herzübung)
  6. „Mein Sonnengeflecht ist angenehm warm, strömend warm.“(S.-Übung)
  7. „Meine Stirn ist angenehm kühl.“ (Kopfübung)

 

Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach E. Jacobson ist ebenfalls ein von den Krankenkassen anerkanntes Entspannungsverfahren, bei dem durch willentliches An- und Entspannen bestimmter Muskelgruppen in festgelegter Reihenfolge ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht wird. Die Konzentration des Übenden richtet sich auf den Wechsel zwischen An- und Entspannung und die mit diesen unterschiedlichen Zuständen einhergehenden Empfindungen. Ziel ist eine verbesserte Körperwahrnehmung, Reduzierung der Muskelspannung und damit eine Reduzierung körperlicher Unruhe, Erregungs- oder Schmerzzustände.

 Die Meridian-Klopftechniken, MET ( Meridian Energie Technik), EFT (Emotional Freedom Techniques ) oder TFT (Thought Field Therapy) sind Klopf-Akupressur-Methoden, die bestimmte Akupunkturpunkte auf den Meridianen, den Energiebahnen, die man aus der chinesischen Medizin kennt, nutzen. Durch das Klopfen bestimmter Punkte können physische und psychische Probleme, emotionale Blockaden gelöst werden. Bei  Ängsten, Süchten, Minderwertigkeitsgefühlen u. v. a. kann diese leicht erlernbare Technik sehr hilfreich und unterstützend sein.

Zum Weiterlesen:

Ramona B. Wagner, EFT Emotionale Freiheit, Eine einfache Selbstheilungstechnik, Omega 2010

Rainer Franke, Ingrid Schließe, Klopfen Sie sich frei! MET, Einfaches Beklopfen zur Selbsthilfe, rororo 2006

 

Was macht Ehe-/Paarbeziehungen stabil?

Es gibt verschiedene Faktoren, die zur Stabilität einer Partnerschaft beitragen. Bei denen vom Schweizer Paartherapeuten Hans Jellouscheck zusammengetragenen Kriterien handelt es sich nicht um wissenschaftlich validierte Faktoren, sie sollen lediglich der Anregung zum Gespräch dienen. Diskutieren Sie Ihre Übereinstimmungen und Diskrepanzen!

  1. Die Verliebtheit am Anfang

Verliebtsein zu Beginn der Partnerschaft ist eine wichtige Ressource, aus der die Partner auch noch in späteren Zeiten Kraft und Energie schöpfen können. Durch die Verliebtheit entsteht Bindung. Die Fremdheit, aus der jeder kommt, wird zur Vertrautheit. In der Verliebtheit entsteht die Vision, was unsere Beziehung sein könnte – und damit ein Leitbild für den weiteren gemeinsamen Weg. Waren wir ein verliebtes Paar?

  1. Ähnlichkeiten in vielen Lebensbereichen

„Gleich und gleich gesellt sich gern.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass die Partnerschaft spannungsfreier und dauerhafter sein wird, erhöht sich, wenn die Partner in vielen Lebensbereichen wie Alter, Bildungsstand, soziales Niveau, Nationalität, Religion, Geschmacks-, Weltanschauungsfragen, Werte, Gewohnheiten im Lebensstil etc. ähnlich sind. Wie steht es bei uns mit der Ähnlichkeit?

  1. Eigenständigkeit beider Partner

Selbstaufgabe, Verschmelzen, Abhängigkeit ist nur von kurzer Dauer und wirkt zerstörerisch auf eine Beziehung. Länger sind Partner miteinander glücklich, wenn sich jeder von beiden bei aller Ähnlichkeit auch ein Stück Eigenständigkeit bewahrt. Außer der „gemeinsamen Welt“ sollte jeder auch seine „eigene Welt“ leben: eigene Interessen, eigene Kontakte, eigene Meinungen, ein eigener Beruf, eigenes Geld und eigene Ziele, manchmal nicht in jeder Phase der Partnerschaft. Durch den Abstand, ein Stück Geheimnis oder Fremdheit, erhält sich die Achtung, die Neugier aufeinander und damit die Attraktivität, was u. a. für eine lebendige Sexualität in Dauerbeziehungen von großer Bedeutung ist. Wie steht es mit meiner/seiner/ihrer Eigenständigkeit?

  1. Ausgleich zwischen Geben und Nehmen

Jeder Partner muss geben, jeder muss nehmen. Wenn sich kein Ausgleich zwischen diesen beiden Polen einstellt, hat ein Paar nicht die besten Aussichten miteinander glücklich zu werden. Keine Partnerschaft hält auf Dauer aus, wenn es ein unausgewogenes Verhältnis gibt z. B. eine/r nimmt/gibt immer nur oder eine/e kann nicht (an)nehmen/geben. Gibt es bei uns ein ausgeglichenes Wechselspiel von Geben und Nehmen?

  1. Sich in den anderen hineinversetzen

Die Dauerhaftigkeit einer Partnerschaft wird umso wahrscheinlicher, je besser jeder der Partner in der Lage ist, sich in den anderen hineinzuversetzen und dem anderen in dessen Welt zu begegnen. Gerade wenn Paare in bestimmten Familienphasen sehr unterschiedliche Situationen erleben (z. B. Haushalt mit kleinen Kinder vs. Arbeit und Karriere) ist es wichtig, „sich in die Schuhe des anderen zu stellen“ und aus seiner Perspektive die Welt zu betrachten, die jeweiligen Sicht- und Erlebensweisen auszutauschen , dem anderen mit Interesse und Neugier zu begegnen. Kann ich mich in sie/ihn hineinversetzen? Kann er/sie in mich hineinversetzen?

  1. Gut miteinander verhandeln

Die Interessen der Partner sind verschieden. Wenn jeder der beiden nicht zur zuhören sondern auch seinen eigenen Standpunkt gut vertreten kann, sind die Voraussetzungen für effektives, partnerschaftliche Verhandeln gut. Zufriedenstellende Lösungen und Kompromisse werden dadurch gefunden. Können wir effektiv miteinander verhandeln?

  1. Gut miteinander kooperieren

Wenn die Aufgaben gut verteilt sind und die Partner befriedigende Wege der Zusammenarbeit finden, wenn sie in vielen Arbeitsbereichen „ein gutes Team“ bilden, sich jeder auf den anderen verlassen kann, haben sie gute Voraussetzungen, gemeinsam Stresssituationen bewältigen zu können. Können wir gut kooperieren?

  1. Gemeinsame Anliegen und Ziele

Ein Leben lebt von seinen Zielen und Partnerschaften schöpfen aus gemeinsamen Zielen und Anliegen – politisches, soziales, religiöses Engagement, gemeinsame Hobbies, Interessen – Kraft und Stabilität. Gemeinsame Kinder sind ein stark verbindendes Element, halten aber nicht allein eine Ehe zusammen. Menschen, die mit „Wertvollem“ ihr Leben füllen, fühlen sich in der Tiefe verbunden und zugleich voneinander angeregt und inspiriert bis ins hohe Alter. Haben wir erfüllende gemeinsame Ziele, Projekte, Aufgaben, neue Perspektiven?

Zum Nach- und Weiterlesen:

Hans Jellouscheck, Wie Partnerschaft gelingt – Spielregeln der Liebe, Beziehungskrisen sind Entwicklungschancen, Herder 2009, 4. Aufl., S. 202 – 213.

 

 

 

Wie bekomme ich mein Gewicht in Griff?

 

Welches Entspannungsverfahren passt zu mir?